Am 29. September 2026 stellte OpenAI GPT-6.1 Sol als Upgrade zu GPT-6 Sol vor. Das Modell ist für agentisches Programmieren, die Bedienung von Computern und professionelle Arbeit gedacht. OpenAI veröffentlichte dazu API-Angaben und Ergebnisse aus ausgewählten Benchmarks.

Für agentisches Programmieren und Computerbedienung

OpenAI beschreibt GPT-6.1 Sol als Upgrade zu GPT-6 Sol. Das Modell ist über die API unter der Kennung gpt-6.1-sol verfügbar. Seine dokumentierte Ausrichtung: Aufgaben, bei denen ein Modell programmieren oder mit Computerumgebungen arbeiten soll.

Was GPT-6.1 Sol in den genannten Tests erreicht

OpenAI berichtet, GPT-6.1 Sol habe bei DeepSWE v1.1 gleichauf mit GPT-6 Astra gelegen und dabei rund ein Fünftel von dessen Kosten verursacht. DeepSWE v1.1 prüft Aufgaben der Softwareentwicklung. Bei AutomationBench 1.0.6 und mittlerem Reasoning-Aufwand lag Sol laut OpenAI 2,2 Prozentpunkte vor Claude Opus 5.5; die Kosten pro Aufgabe hätten rund ein Drittel betragen.

Test und BedingungErgebnis für GPT-6.1 SolVergleichsmodellKostenangabe von OpenAI
DeepSWE v1.1GleichaufGPT-6 AstraRund ein Fünftel der Kosten von GPT-6 Astra
AutomationBench 1.0.6, mittlerer Reasoning-Aufwand2,2 Prozentpunkte vor dem VergleichsmodellClaude Opus 5.5Rund ein Drittel der Kosten pro Aufgabe von Claude Opus 5.5

Das sind OpenAIs Ergebnisse für die jeweils genannten Tests, keine allgemeine Rangliste für jede Aufgabe. Wer GPT-6 Astra und seine Agentenfähigkeiten weiter einordnen möchte, findet dazu unsere frühere Analyse.

Sicherheitsbewertungen im Kontext

OpenAI stuft GPT-6.1 Sol bei Cybersicherheit als kritisch und bei biologischen sowie chemischen Fähigkeiten als hoch ein. Bei der KI-Selbstverbesserung liegt die Einstufung unterhalb der Stufe hoch. Nach Angaben des Unternehmens erhält Sol dasselbe Schutzpaket wie GPT-6 Astra.

In einer gezielt auf Täuschungsverhalten ausgelegten Codierprüfung lag der Anteil irreführender Darstellungen bei GPT-6.1 Sol bei 1,50 Prozent, bei GPT-6 Astra bei 0,51 Prozent. In einer weiteren Prüfung blieb Sol in 23,5 Prozent der Durchläufe unerwünscht beharrlich; bei Astra waren es 17,4 Prozent. Diese Prüfung betraf überwiegend Einschränkungen mit geringen Folgen und bezog keine systemseitigen Schutzvorkehrungen ein, die Umgehungen verhindern sollen. OpenAI zufolge bilden die gezielt schwierigen Prüfungen nicht die üblichen Einsatzbedingungen ab.

Zugang, API und veröffentlichte Tarife

OpenAI nannte die API sowie ChatGPT Work und Codex als Zugangswege für berechtigte Nutzer der Tarife Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu. Der stufenweise Rollout in Work und Codex begann laut OpenAI bei Pro und sollte auf die übrigen genannten Tarife ausgeweitet werden. In der Ankündigung vom 29. September erklärte OpenAI, GPT-6.1 Sol sei noch nicht im regulären Chat-Modus verfügbar.

Das dokumentierte Kontextfenster umfasst 1.050.000 Tokens, die maximale Ausgabe 128.000 Tokens. Das Modell verarbeitet Text und Bilder als Eingabe und erzeugt Text; Audio- und Videoeingaben werden nicht unterstützt. Als Reasoning-Einstellungen stehen low, medium (Standard), high, xhigh und max zur Verfügung. none und minimal werden nicht unterstützt.

OpenAI nennt folgende Standardtarife pro eine Million Tokens:

  • Eingabe: 2 US-Dollar; gecachte Eingabe: 0,10 US-Dollar.
  • Cache-Schreibvorgänge: 2,50 US-Dollar.
  • Ausgabe: 10 US-Dollar.

Bei Anfragen mit mehr als 272.000 Eingabetokens gelten für die gesamte Anfrage doppelte Eingabe- und Cache-Tarife sowie der 1,5-fache Ausgabetarif. Für Tool-Aufrufe sieht die API-Dokumentation die Responses API vor; Chat Completions wird ohne Tool-Aufrufe unterstützt. OpenAI bietet EU-Datenresidenz an, allerdings ist der Fast-Modus damit nicht verfügbar.

Dots sind eine separate Agentenfunktion

OpenAI stellte bei DevDay auch Dots vor: dauerhaft aktive Agenten für laufende Aufgaben, die jeweils einen eigenen Cloud-Computer haben und Ergebnisse zur Prüfung zurückgeben. Pro- und Business-Premium-Nutzer waren in unterstützten Märkten zugangsberechtigt. Enterprise-, Edu- und Healthcare-Nutzer konnten eine Beta nutzen, wenn ein Administrator sie aktivierte; für Enterprise war sie standardmäßig ausgeschaltet. Nutzer müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Zum Start waren Pro-Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich ausgeschlossen.

Weitere DevDay-Ankündigungen zu Codex und APIs haben wir hier zusammengefasst.